Kinderoptometrie

 

Unter Kinderoptometrie versteht man den Teilbereich der Optometrie welcher sich mit der kindergerechten Durchführung von Teilmessungen, Messabläufen und Messmethoden sowie der Ermittlung von Korrektionswerten nicht krankhafter Sehfehler von Kindern beschäftigt und sollte nicht mit dem Begriff der Kinderophthalmologie verwechselt werden.

Um Missverständnisse zu vermeiden ist es mir ein Anliegen darauf hinzuweisen, daß es drei Berufsgruppen gibt welche optometrische Messungen an Kindern durchführen:

  • die Ophthalmologin, der Ophthalmologe (Augenarzt),
  • die Orthoptistin, der Orthoptist und
  • die Optometristin, der Optometrist.

Im folgenden Text versuche ich den Zugang und den Arbeitsschwerpunkt der einzelnen Berufsgruppen kurz zu erläutern.

 

Ophthalmologin, Ophthalmologe

Die Ophthalmologie beschäftigt sich mit der Wissenschaft von Erkrankungen sowie Funktionsstörungen der visuellen Wahrnehmung insbesonders des Sehorganes. Das Betätigungsfeld reicht also bildlich ausgedrückt von der Lidhaut bis zur Sehrinde im Gehirn. Natürlich führen Ophthalmologen auch eine große Anzahl an optometrischen Messungen durch. Typische Beispiele sind alle Messungen zur Korrektion von Sehfehlern wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus. Weiters werden in der Kinderophthalmologie auch optometrische Messungen zur Prüfung der Augenbewegungen, der Naheinstellung (Akkommodation und Konvergenz) sowie Augenstellungsfehler durchgeführt. Auch alle Messungen zur Ermittlung einer geeigneten Kontaktlinse sind optometrische Messungen. Im Vordergrund steht aber die medizinische Behandlung und Betreuung von krankhaften Veränderungen des Auges oder besser ausgedrückt des Sehorganes wie zum Beispiel der „Grüne Star“ (Glaukom), Veränderungen der Netzhaut, „Grauer Star“ (Katarakt), Entzündungen, Verletzungen und Vieles mehr.

 

Orthoptistin, Orthoptist

Das Berufsbild der Orthoptist/In wird auf der Website orthoptik.at wie folgt beschrieben: „Die Tätigkeit der OrthoptistIn besteht in der Prävention , Diagnose und Therapie von Störungen des Einzelauges (Pleoptik) sowie von Störungen im Zusammenwirken beider Augen, verursacht durch Schielen, Sehschwäche, Doppelbildern, Augenzittern, Augenmuskellähmungen und zentralen Sehstörungen nach Unfällen oder Krankheiten.“ Damit ist der Kernbereich des Tätigkeitsbereiches der Orthoptik sehr gut beschrieben und es darf dazu erläutert werden, dass es sich meist um die Prävention, Diagnostik und Therapie von Störungen des Sehorganes bei Kleinkindern handelt wie zum Beispiel hoffentlich früh erkannte Sehschwächen oder Schielfehler des Kleinkindes. Orthoptische Dienstleistungen werden in vielen ophthalmologischen Ordinationen sowie in so genannten „Sehschulen“ in vielen Augenkliniken angeboten. Natürlich werden auch in der Berufsausübung der Orthoptik sehr viele optometrische Messungen durchgeführt um eine Diagnose zu erstellen und einen Therapieverlauf zu kontrollieren.

 

Optometristin, Optometrist

Wie eingehend bereits erwähnt wurde versteht man unter Optometrie die Wissenschaft der Vermessung der Augen sowie die Ermittlung von nicht krankhaften Sehfehlern des rechten und linken Auges sowie beidäugiger Sehfehler (Störungen des Binokularsehens). Weiters ist Optometrie die Wissenschaft der physiologischen Optik, also die Wirkung optischer Korrektionen von visuellen Abweichungen des idealen Sehens. Also kurz erklärt, alle Messungen des Erwachsenen werden in kindergerechter Arbeitsweise durchgeführt.

Die kindergerechten Messungen für die/den Optometristin/Optometristen beziehen sich auf die Prüfung der Sehschärfe sowie die objektive und subjektive Evaluierung eventuell vorliegender dioptrischer Sehfehler (Refraktion). Die Refraktion kann – wenn nötig – auch unter Verwendung von zykloplegischen Augentropfen zur vollständigen Ausschaltung der Naheinstellung (Akkommodation) durchgeführt werden. In den meisten Fällen ist das sogenannte „Eintropfen“ bei der optometrischen Messung zur Feststellung einer Fehlsichtigkeit allerdings nicht nötig. Die/der Ophthalmologin/Ophthalmologe führt das „Eintropfen“ wesentlich häufiger durch, denn zykloplegische Augentropfen erweitern auch die Pupille und diese Pupillenerweiterung ist für bestimmte Untersuchungen der Netzhaut oft unerlässlich. Weiters werden durch die/den Optometristin/Optometristen alle Messungen zur Prüfung des beidäugigen Sehens sowie die Evaluierung eventueller Störungen des idealen beidäugigen Sehens wie Schielfehler, Heterophorien, Anisometropien und Aniseikonien sowie Amblyopien durchgeführt.

Besonderen Stellenwert kinderoptometrischer Messungen hat die Prüfung der Akkommodation (Naheinstellsystem der Augen), der Konvergenz (Fixiereinstellung der Augen) sowie der akkommodativen Konvergenz (die automatisierte Einwärtsbewegung der Augen welche durch die Scharfstellung ausgelöst wird).

 

Kinderoptometrie bei Vision System Store

Spezialgebiet und Schwerpunkt unserer kinderoptometrischen Messungen sind Kinder mit Lese- und Schreibstörungen. Die wissenschaftlich bestätigte und international übliche Messprozedur prüft und evaluiert die Sehschärfe der Einzelaugen sowie die beidäugige Sehschärfe, objektive und subjektive dioptrische Abweichungen, Stereopsis, Kontrastsehen, Farbsehen, Motilität der Augen, assoziierte und dissoziierte Phorie, absolute und relative Akkommodation, absolute und relative Konvergenz, akkommodative Konvergenz, Einstellgeschwindigkeit der positiven und negativen relativen Akkommodation, Einstellgeschwindigkeit der positiven und negativen relativen Konvergenz, Pupillenreaktion sowie Colorimetrie. Die Auswertung aller Messergebnisse führt gegebenenfalls zu wissenschaftlich bestätigten Maßnahmen oder Korrekturen. Die gesamte Messprozedur nimmt etwa 45 – 60 Minuten in Anspruch.

 

 

 

 

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